Neue Lieder zu Gedichten von Friedrich Hölderlin

Die Gedichte Friedrich Hölderlins (1770-1843) gelten oft als schwierig, sperrig und eigenwillig. Der Anspruch dieses Programms ist es durch die musikalische Ausgestaltung der Texte ihre vermutete Unzugänglichkeit zu überwinden und sinnlich erfahrbar zu machen, dass Hölderlin mit einer für seine Zeit ungewöhnlich weit vorausschauenden Gedankenwelt einen revolutionären Sprachstil entworfen hat, in dem emotional geladene Naturbilder zum Sprungbrett für philosophische Betrachtungen über Sinn, Bestimmung und Ziel menschlichen Lebens werden.

Natur bei Hölderlin ist gegenständliche Widerspiegelung göttlichen Wirkens und gleichzeitig Schauplatz der geistigen Selbsterfahrung des Menschen. Damit taucht Hölderlin ein in eine universale und zeitübergreifende Dimension, die ihn als einzigartigen Individualisten, Denker und Sprachvisionär kennzeichnet.

Vielleicht rührt es auch daher, dass seine eigentliche Wirkung auf die europäische Geistesgeschichte sich erst im 20. Jahrhundert entfalten konnte, während Goethe und Schiller seine Bedeutung nicht erkannten. Hölderlin war ein Einsamer, Leidender, schließlich auch Kranker. Aber in seinem Glauben an die alles durchdringende Einheit des Göttlichen mit der Welt muss er zumindest bisweilen auch Hoffnung und Befreiung erlebt haben, Freude und eine gewisse Erlösung. Weite und Tiefe dieser Empfindungen finden in den Klangbildern dieser 17 neuen Lieder ihren Niederschlag.

Programm

  • Aussicht
  • Hyperions Schicksalslied
  • Freundschaft
  • Menschenbeifall
  • Die Ehrsucht
  • Guter Rat
  • An eine Rose
  • Der Winter
  • An die klugen Ratgeber
  • Die Zufriedenheit
  • Höheres Leben
  • Der Spaziergang
  • Lebenslauf
  • Der Frühling
  • Der Sommer
  • Der Herbst
  • Hälfte des Lebens