Anachronismus

Cover Anachronismus

Kleines Ensemble

Nyckelharpa (oder Viola), Sopran & Alt Blockföte, Cello, Akkordion, Perkussion

von Gernot Blume

Anachronismus, für eine Art Folk-Ensemble geschrieben, ist von Kulturen gekennzeichnet, die mein musikalisches Denken seit meiner Kindheit beeinflusst haben: Irische und bulgarische Musik, sowie Barock und zeitgenössische Kunstmusik. Das Mosaik des globalen Weltdorfs, in dem Konsonanz und Dissonanz zusammen existieren müssen, ist verzwickt, oder es wird zu einer romantisierten Projektion. In diesem Stück weiß die Harmonie um ihre notwendige Zersetzung, und doch bleibt eine Sehnsucht nach Auflösung in jeder Dissonanz.

Spieldauer: 12-13 Minuten

Brückenschlag

Cover Brückenschlag

Solo Piano

von Gernot Blume

Brückenschlag experimentiert mit der Kollision disparater kultureller Musiksprachen – dem westlichen Klavier, der Musik des Ewe-Volkes aus Ghana und der Welt des javanesischen Gamelan. Uraufgeführt wurde Brückenschlag mit Gamelan und der Ewe-Trommel Atsimewu am Lewis & Clark College in Portland, Oregon, bei dem Konzertereignis „Soundings”, welches acht meiner neuen Kompositionen im Jahre 2002 vorstellte. Aber auch in der Solo Klavier Version schwingen diese drei Kulturen mit, die mich nun über fast zwanzig Jahre hinweg so tief beeinflußt haben.

Brückenschlag ist eine Absage an eine gewisse westliche Ästhetik der Perfektion und baut stattdessen eine Brücke zwischen dem Klavier und jenen Weltmusikkulturen, in denen ein Klang zu leben beginnt, wenn er nicht im westlichen Sinne „rein” ist, was besser, glatter impliziert. Der Klangschimmer, der entsteht, wenn der Westen dem Osten begegnet, gibt dieser Musik ihre verlockende Schönheit.

Farbenspiel

Cover Farbenspiel

Flöte, Cello und Klavier

von Gernot Blume

Meinem Vater Karlheinz Blume (1935 – 2000) gewidmet

Farbenspiel untersucht das Aufeinandertreffen dieser drei so unterschiedlichen Instrumente, die dennoch in ihrer jeweils eigenen Klangsphäre verharren.  Es gibt keinen tonalen Zusammenhang zwischen den Instrumenten, kein Ineinander-Verschwimmen, sondern fortwährenden Kontrast.  Jedes Instrument entfaltet seine eigene Textur, und doch weben alle gemeinsam ein Bild. Rhythmus, nicht Tonart, verzahnt sie miteinander. Nur die jeweiligen Soloteile im Zentrum des Stücks unterbrechen das Klangbild dieser Verzahnung, nachdem diese sich allmählich aufgelöst hat, um sich zuletzt wieder erneut zu verdichten.  Farbenspiel erfordert große rhythmische Präzision und stärkt das Zusammenspiel in einem dirigentenlosen Kammermusikensemble. Die Sicherheit des inneren Pulses trägt die Musiker durch eine Klangreise hindurch, die im Spannungsfeld kubistischer Scharfkantigkeit und spät-impressionistischer Farbverwischung steht.

Spieldauer: 12 Minuten

Flying Nowhere

Cover Flying Nowhere

Vibraphon und Klavier

von Gernot Blume

"Flying Nowhere" wurde 1995 für die CD "Changes Inside" aufgenommen. Das Stück kombiniert Elemente des Jazz aus modalen Strukturen mit einem treibenden Puls, der die Gefühle der Trennung und des Ankommens zwischen meiner Heimat Deutschland und den Vereinigten Staaten, meinem zweiten Zuhause für die Dauer von fünfzehn Jahren, repräsentiert. Damals fühlte ich mich zwischen den Welten und nirgendwo zuhause, aber mittlerweile hat das Stück eine andere Bedeutung für mich angenommen - dass ich nirgendwo mehr hinfliegen muss, um in mir selbst zuhause sein zu können.

Spieldauer: 6-7 Minuten

Gebilde

Cover Gebilde

Saxophon, Posaune und Klavier

von Gernot Blume

Die Basis von “Gebilde” ist Rhythmus. Die Instrumente sind miteinander durch eine Art der rhythmischen Verzahnung verbunden, die für viele Musikkulturen der Welt typisch ist. Für abendländische Musiker ist die Herausforderung des Stücks, einen gemeinsam verinnerlichten Puls so stark miteinander zu spüren, dass jeder Spieler genau weiß, wo seine Stimme im Bezug auf die anderen hineinpasst. Das produziert, was Jazzmusiker "Groove" nennen. Die richtigen Noten zu spielen ist nur die halbe Arbeit. Das Stück beginnt sich - und uns - zu bewegen, wenn dieser Sinn für den Puls so stark ist, dass er wie ein Uhrwerk tickt und unsere Aufmerksamkeit darauf zieht, mit anderen Worten, wenn - in der Jazzsprache - “es richtig hart grooved”.

Spieldauer: 10-11 Minuten

Klangbewegungen

Cover Klangbewegungen

für kleines Ensemble

von Gernot Blume

Klangbewegungen ist eine improvisative Komposition in acht Sätzen, die den interpretierenden Musikern große Freiheit in der Gestaltung der Musik ermöglicht. Gedichte dienen als Partitur und als Spielanweisungen. Die Musiker müssen vorsichtig aufeinander hören und auf ihre musikalischen Äußerungen den vom Komponisten vorgegebenen Anweisungen zufolge reagieren.

Die Sätze heißen: Beginn, Quelle, Vergiessen, Übereinstimmung, Gespräch, Reaktionen, Spiel, Gebet.

Alle Sätze gehören zu einem zyklischen Ganzen, und sollen im Spannungsbogen dieses Zusammenhangs gespielt werden. Jede Instrumentierung ist möglich. Ein Ensemble aus 4 bis 7 Spielern ist zu empfehlen.

Phases of the Moon

Cover Phases of the Moon

Marimba und Klavier

von Gernot Blume

2004 waren Julie Spencer und ich eingeladen, bei dem Japan Percussion Festival in Tokio, Nagoya, und Osaka zu spielen. "Phasen des Mondes" reflektiert die paradoxe Spannung zwischen dem Unveränderlichen und dem Vergänglichen, die sich im Bild des zu- und abnehmenden Mondes wiederspiegelt. Die Harmonien des Stücks sind tonal und in gewisser Weise traditionell, aber die Akkordfolgen nehmen oft unerwartete Wendungen. Es gibt Anspielungen an irische Folklore in den Melodielinien, Anflüge impressionistischer Harmonieverwischungen in vielen der Läufe, die die melodischen Gesten unterbrechen, und Jazz in den Grooves, welche die improvisierten Teilen untermalen. Diese Vielfalt wird jedoch von einer ziemlich homogenen Textur zusammengehalten, die von weit ausladenden, schnell auf- und abstrebenden Melodielinien und von Akkorden, die diese konstante Bewegung verankern, beherrscht wird.

Spieldauer: 5 Minuten

Preface

Cover Preface

Solo Marimba

von Gernot Blume

Im Sil einer irischen Melodie voll rhythmischer Energie, ursprünglich für keltische Harfe komponiert. In dieser Bearbeitung unterstützeen die warmen Bässe die schimmernden Melodielinien.

Spieldauer: 4 Minuten

Shinkansen

Cover Shinkansen

Posaune, Klavier und Perkussion

von Gernot Blume

Auftragsarbeit für Hiroshi und Shiori Tanaka, Tokio, Japan.

Dieses Stück schrieb ich mit Erinnerungen an eine Reise auf den Shinkansen-Zügen im April 2004, zwischen Tokio, Nagoya und Osaka. Ich war beeindruckt von dem Kontrast zwischen der relativen Stille und Bewegungslosigkeit in der gewohnten Umgebung eines Zuges und dem Leben unbekannter Welten, durch die ich hindurchraste. Nur ein ruhiger Blick verband mich mit der Außenwelt und die Maschine, die mich durch schnell abwechselnde Landschaften jagte, blieb die einzige Welt, die ich bewohnte, und die die flüchtigen Bilder als einen Traum erschienen ließ.

Sprachlos

Cover Sprachlos

Gemischter Chor und Perkussion

von Gernot Blume

“Sprachlos” ist inspiriert von vielen musikalischen Kulturen der Welt, die die menschliche Stimme primär als ein Instrument und nicht als ein Transportsystem für Bedeutung benutzen.

“Sprachlos” spiegelt meine Erfahrungen mit verschiedenen Msuikkulturen wieder, aber es ist im Letzten das Gewebe meiner eigenen Träume von entfernten Orten und Klängen. Und für mich sind heute alle Länder so weit weg, wie sie auch nahe sind, mein eigenes miteingeschlossen. Die Fantasiereise von “Sprachlos” erfordert keine Vorkenntnis der verschiedenen Musiksprachen, aber sie verschweigt auch nicht ihre Anhaltspunkte: Indien, Tibet, Bali, Zentralafrika, Osteuropa, Skandinavien, Südafrika.

Spieldauer: 11-12 Minuten

The Unbook

Cover The Unbook - Red

Jazz Ensembles

von Gernot Blume & Julie Spencer

"The Unbook" ist eine Sammlung kurzer Kompositionen für improvisierende Musiker. Die Stücke können in unterschiedlichster Instrumentierung gespielt werden.

Einige Stücke haben eine Klavierstimme oder getrennte Zweitstimmen, andere konzentrieren sich eher auf die Idee eines Klangbilds als auf ein normales Melodieformat. Viele sind für Improvisation jenseits der Normen der Jazztradition komponiert, während andere als "standard lead sheets" konzipiert sind. Wiederum andere Stücke können als komplett durchkomponierte Miniaturen gespielt werden oder können als Suiten oder Medleys zusammengefügt werden. Musiker, die mit unterschiedlichen Improvisationstechniken arbeiten, oder in verschiedenen Traditionen der Improvisation zuhause sind, finden in diesem Buch vielseitiges Kompositionsmaterial, um ihr improvisiertes Spiel zu umrahmen, zu strukturieren oder zu lenken.

Universum

Cover Universum

Solo Piano

von Gernot Blume

„Universum” ist ein Zyklus aus neun Stücken für Klavier Solo, welche auf verschiedene Stile Bezug nehmen, die alle wichtige Einflüsse für mich gewesen sind, insbesondere die Musik von Olivier Messiaen, Alban Berg und Igor Strawinsky. Die programmatische Anspielung auf das Universum bringt meinen Wunsch zur Sprache, wie der amerikanische Komponist Henry Cowell einmal gesagt hat, „die ganze Welt der Musik" zu hören und in meine eigene Sprache zu übersetzen.

Spieldauer: 17 Minuten

Why

Cover Why

Marimba Quartett

von Gernot Blume

"Why" wurde 1991 komponiert, ursprünglich als Streichquartett, während ich am California Institute of the Arts Jazz, Weltmusik und Komposition studierte. Ich wollte die Möglichkeiten dieses klassischen Ensembletyps erforschen, wenn man ihn mit Jazzphrasierungen konfrontiert, mit der rhythmischen Intensität des Jazz, und mit harmonischen Strukturen, die irgendwo zwischen Jazz und zeitgenössischer Musik liegen. Das Stück ist auch das Ergebnis meiner Begegnung mit balinesischen Gamelanorchestern und Trommelensembles aus Ghana, mit besonderer Betonung auf verzahnten Melodien, verwinkelten Phrasen und einem steten "walking bass."

"Why" für Marimba Quartett wurde zuerst 1996 für das Label Equilibrium aufgenommen, mit Musikern des Percussion Ensembles der University of Michigan unter der Leitung von Michael Udow.

Spieldauer: 7 Minuten