Neue Lieder zu Gedichten von Rainer Maria Rilke

Im Zentrum der Dichtung von Rainer Maria Rilke (1875-1926) steht die Erfahrung existentieller Gegensätze – jener von Mensch und Gott, Geist und Materie, Physis und Metaphysis. Diesseits und Jenseits.

Diese Widersprüche und Kontraste fasst der Komponist dieses Programms, Gernot Blume, unter dem Leitmotiv „Der gebrochene Engel” zusammen – als Bild eines himmlischen Wesens mit allzu irdischer Gebundenheit.

Zusammen mit seiner Frau, der amerikanischen Musikerin Julie Spencer führt Blume den Zuhörer auf eine Reise durch 18 Gedichte über die Freiheit der Seele, über den Verlust der Kindheit und der Selbstverständlichkeit des Paradieses, über den Wandel und die Vergänglichkeit der Welt, über Gottessehnsucht und die Abgründe menschlicher Einsamkeit, über das Glück der Musik, der Liebe und über die Hoffnung.

Durch die ihnen eigene musikalische Sensibilität verleihen die beiden Musiker diesen Texten einen neuen und ergreifenden künstlerischen Ausdruck. So spricht Rilke in diesen Gesängen gleichsam in zweierlei Sprachen: in der seiner eigenen Poesie und durch die Musikalität des Komponisten. Blume und Spencer singen ihre eigene Musik, aber in den Worten des Dichters.

Aus dieser Spannung entsteht eine Zwiesprache - zwischen Gedicht und Musik, zwischen Dichter und Musikern, zwischen Vergangenheit und Gegenwart, welche die Zurufe des Dichters dem Publikum unserer Zeit besonders eindrücklich machen kann.

„Der gebrochene Engel” vermittelt Rilke und die Bedeutung seiner Lyrik auf packende und zugängliche Art.

Programm

  • Der Panther
  • Der Schwan
  • Kindheit
  • Herbsttag
  • Ich fürchte mich so vor der Menschen Wort
  • Wenn endlich Drang und Stumpfheit sich entzwein
  • An den Engel
  • Was irren meine Hände in den Pinseln
  • Du, Nachbar Gott
  • Du bist so groß, dass ich schon nicht mehr bin
  • Ich bin derselbe noch
  • Seit mich mein Engel nicht mehr bewacht
  • In dieser Welt wo Unrecht so geschieht
  • Die Städte aber wollen nur das Ihre
  • Gib deinem Herzen ein Zeichen
  • Musik
  • Solang du Selbstgeworfnes fängst
  • Wandelt sich rasch auch die Welt